Talent Antonia im Porträt

Antonia ist zurück. Ein halbes Jahr Freiwilligenarbeit in Indien mit vielen Herausforderungen, aufregenden Erfahrungen und tollem Essen liegen hinter ihr. Ein bisschen mit dabei war auch Antonias Talentscout Serap Yılmaz von der Universität zu Köln. Zwar nicht persönlich, aber per Chat-Nachrichten und als Mutmacherin. Während der Vorbereitung für das Auslandsabenteuer begleitete Serap das Talent aus Köln. Und auch jetzt, beim nächsten Schritt in die berufliche Zukunft, tauschen Antonia und Serap sich regelmäßig aus.

„Andere Kulturen kennenzulernen war immer schon mein großer Wunsch.“

Mit Talentscouting in die Zukunft

Seit der 10. Klasse ist Antonia im Talentscouting. Ihre Lehrer*innen schlugen ihr vor teilzunehmen, so trifft Antonia auf Talentscout Serap Yılmaz. „Wir haben darüber geredet, was meine Stärken und Interessen sind und was ich später machen könnte“, berichtet Antonia. Sie besucht damals das Hölderlin-Gymnasium in Köln Mülheim. „Unsere Schule war total Multi-Kulti. Die verschiedenen Hintergründe fand ich super spannend. Es hat den Unterricht oft bereichert, dass verschiedene Kulturen aufeinandertrafen,“ erzählt Antonia. Ihre Eltern stammen aus Polen, aufgewachsen ist Antonia in Köln Höhenhaus. Durch die Gespräche mit Serap wurde ihr klar, dass sie die kulturelle Vielfalt, die sie in der Schule und in der Stadt erlebt, ihr Interesse weckt. Wie sie damit ihr Wunschstudium finden könnte, wusste sie noch nicht. 

Das Abenteuer FSJ im Ausland

Beim Open Campus, einem Tag der offenen Tür der Universität zu Köln nimmt Antonia an unterschiedlichen Veranstaltungen teil: Psychologie, Studieren im Ausland und Studieren mit Stipendien. Die Erfahrungen aus dem Tag an der Uni und die zahlreichen Infos arbeiten Antonia und Serap gemeinsam auf und schließlich steht für die Abiturientin fest: sie möchte ein Gap Year im Ausland einlegen, sich erst mal ins Abenteuer Ausland stürzen und Freiwilligenarbeit in einem fremden Land leisten. „Mir war einfach noch nicht klar, was genau ich studieren will und andere Kulturen kennenzulernen war immer schon mein großer Wunsch.“ Die Recherche nach passenden Angeboten und Programmen ist zeitaufwändig und unübersichtlich. Regelmäßige Termine mit ihrem Talentscout unterstützen Antonia dabei, den Überblick zu behalten und am Ball zu bleiben. Mit dem Programm „Weltwärts“ hat sie außerdem auch eine finanzielle Unterstützung gefunden, die ihren Traum vom Arbeiten im Ausland ermöglicht. Über die Webseite des Programms findet Antonia unterschiedliche Angebote und bewirbt sich schließlich bei der DIZ, der Organisation für Deutsch-Indische-Zusammenarbeit mit Sitz in Frankfurt. 

Neue Herausforderung: Unterrichten in Indien

Im September 2019 geht es los in Richtung Indien. Der konservativ geprägte Norden ist für die Kölnerin eine völlig neue Welt. Ihre Heimat auf Zeit liegt in der Nähe von Jaipur. Dort ist sie gemeinsam mit einer anderen Freiwilligen als erste weibliche Mitarbeiterin eingesetzt. In einem Dorf, in dem Frauen in der Regel verschleiert zu sehen sind, fallen die zwei deutschen jungen Frauen auf, weswegen ihr Kolleg*innen und Vorgesetzten sich um ihre Sicherheit sorgen. Eine echte Umstellung: „Erst mal haben wir uns total eingeschränkt gefühlt.“ Doch aufgeben ist für Antonia trotz des schwierigen Starts keine Option. „Ich wusste, dass ich mit Herausforderungen konfrontiert sein würde, denen ich mich stellen wollte.“ Auf einem riesigen Campus unterrichtet Antonia Englisch und Biologie an einer Schule, vom Kindergartenalter bis zur 12. Klasse. „Die Art zu unterrichten war komplett anders als in Deutschland. Es gibt ausschließlich Frontalunterricht, da musste ich mir anfangs schon überlegen, wie ich das gestalten kann.“ Hinzu kamen noch sprachliche Barrieren, da die Unterrichtssprache Englisch weder Antonias Muttersprache noch die ihrer Schülerschaft war. Mit einem Hindi-Crashkurs, Händen und Füßen und der Hilfsbereitschaft, die den Freiwilligen entgegengebracht wurde, war aber fast alles möglich. Geplant war eigentlich ein sechsmonatiger Aufenthalt, doch aufgrund der Corona-Pandemie reiste Antonia etwas früher ab als geplant. „Zum Glück hatte ich trotzdem noch die Möglichkeit das Land zu bereisen. Das war für mich auch das Highlight des Aufenthalts.“ 

„Ich finde am Talentscouting besonders gut, dass es auch nach der Schule weitergeht.“

Mit Talentscout Serap hatte Antonia schon vor ihrem Rückflug ein Treffen ausgemacht. Ihr Studienwunsch ist konkreter geworden: „Ich weiß jetzt auf jeden Fall, dass ich keine Lehrerin werden möchte“, lacht Antonia. Das Thema Nachhaltigkeit lag ihr schon vor der Zeit in Indien am Herzen. Ihr Leben im Ausland, sagt sie, hat ihr gezeigt, dass nachhaltige Entwicklungen gemeinsam in internationaler Zusammenarbeit vorangebracht werden können, um Positives zu bewirken. Für das Wintersemester 2020 bewirbt sie sich darum um einen Studienplatz in den Bereichen Nachhaltigkeitswissenschaft und internationale Zusammenarbeit. Nach langem Warten und Bangen bekommt Antonia im Spätsommer endlich die Zusage. Ab Herbst beginnt ihr Studium der Umweltnaturwissenschaften, mit dem Nebenfach Internationale Waldwirtschaft in Freiburg.


Stand: Oktober 2020

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