Talent Rubiny im Porträt

„Mut steht am Anfang des Handelns, Glück am Ende“, sagte der griechische Philosoph Demokrit bereits vor vielen Jahrhunderten. Worte, deren Bedeutung Talent Rubiny gut nachvollziehen kann. Sie nahm all ihren Mut zusammen, als sie für das Abitur von der Realschule aufs Gymnasium wechselte. Dieser Schulwechsel hatte es in sich.

„ICH BIN SO FROH, DASS ICH ALLE CHANCEN GENUTZT HABE“

„Mut steht am Anfang des Handelns, Glück am Ende“, sagte der griechische Philosoph Demokrit bereits vor vielen Jahrhunderten. Worte, deren Bedeutung Talent Rubiny gut nachvollziehen kann. Sie nahm all ihren Mut zusammen, als sie für das Abitur von der Realschule aufs Gymnasium wechselte. Dieser Schulwechsel hatte es in sich. Rubiny bemerkte schnell, dass ihr vieles zunächst schwerer fiel als gedacht. Im NRW-Talentscouting fing sie an, wieder optimistisch in die Zukunft zu blicken.

Die Familie der Gladbeckerin kommt aus Sri Lanka. Bis zur zehnten Klasse besuchte Rubiny die Anne-Frank Realschule in ihrer Heimatstadt. In dieser Zeit ist die heute 20-Jährige zufrieden: Die Noten sind gut, mit ihren Lehrer*innen und Klassenkamerad*innen versteht sie sich. Nach dem Realschulabschluss entschied sich Rubiny, ihr Abitur zu machen und wechselte auf das Heisenberg Gymnasium in Gladbeck. Die erste Zeit an der neuen Schule glich einer Zerreißprobe. „Es war richtig schlimm für mich, weil meine Noten so abgesackt sind“, erinnert sie sich.

Schüchternheit überwinden

Als eine Lehrerin im Unterricht vom NRW-Talentscouting an ihrer Schule erzählt, war Rubiny erst zögerlich, doch nach der Stunde wurde sie neugierig auf ein Beratungsgespräch mit Talentscout Pia Boldt von der Westfälischen Hochschule und meldete sich an. „Beim ersten Gespräch war ich noch sehr schüchtern und habe kaum etwas gesagt. Aufgrund meiner Noten war ich wenig selbstbewusst“, erinnert sich Rubiny. Vor allem Mathematik war für das junge Talent eine große Herausforderung, sodass sie ihren angestrebten Abschluss in Gefahr sah. Nicht nur das Hauptfach machte es der Schülerin schwer, sondern auch die Tatsache, dass sie ihr neues soziales Umfeld erst noch kennenlernen musste.

Rubiny belegte auf Empfehlung ihres Talentscouts Qualifizierungskurse am TalentKolleg Ruhr und nahm an Workshops des NRW-Talentscoutings, z. B. zur Selbstmotivation, teil. Ihr Talentscout gab ihr viele Tipps, wie sie besser und effizienter lernen kann. Das machte Rubiny wieder Mut: „Wir haben immer zusammengearbeitet und Wege gefunden, wenn ich mal nicht weiter wusste“.

Den nächsten Schritt wagen

Auf einmal ging alles ganz schnell und Rubiny hatte es geschafft: Abitur bestanden. Schon während des letzten Schuljahres bemühte sich die damalige Schülerin um einen Praktikumsplatz in England. Im Internet suchte sie nach geeigneten Stipendien. Ein Anstoß, den sie ebenfalls durch das Talentscouting bekommen hatte. „Ich habe es einfach probiert“, so das Talent. Sie schrieb ihre Bewerbung auf Englisch und wurde zu einem Vorstellungsgespräch nach München eingeladen. Als die ausgewählten Stipendiat*innen verkündet wurden, fiel auch Rubinys Name. Sie war überglücklich.

Praktikum in England - Jeder Tag ein Abenteuer

Kurz nach dem Abiball stieg Rubiny in einen Flieger nach Großbritannien. Für sie bedeutete das, zum ersten Mal alleine zu fliegen. Während ihres Praktikums war sie an einer internationalen Sprachschule für Jugendliche dafür zuständig, Freizeitprogramme aufzustellen. „Ich wurde direkt ins kalte Wasser geworfen“, sagt sie, „und ich habe gemerkt, dass ich gut organisieren kann.“ In der Sprachschule knüpfte sie Kontakte mit Menschen aus der ganzen Welt. „Jeder Tag war ein Abenteuer. Diese Erlebnisse sind unbezahlbar.“ Im Talentscouting hat Rubiny herausgefunden, dass eine Ausbildung als Bankkauffrau gut zu ihr passt. Mit Unterstützung ihres Talentscouts bewarb sie sich, hatte mehrere Vorstellungsgespräche und bekam zwei Zusagen. Sie entschied sich für eine Berufsausbildung bei einer großen Bank in Düsseldorf: „Ich wollte in einer größeren Stadt arbeiten, selbstständiger werden und mich weiterentwickeln.“

Etwas für andere tun

Neben Empathie und Willenskraft zeichnet sich Rubiny durch ihre Hilfsbereitschaft aus, die sie nicht nur an ihrem Ausbildungsplatz einbringen kann. Schon während der Schulzeit gab sie regelmäßig Nachhilfe und engagierte sich ehrenamtlich im Mentoring-Programm „Balu und Du“. Zwei Jahre begleitete Rubiny einmal wöchentlich ein Kind aus einer Familie mit Herausforderungen. Dafür wurde sie sogar vom Bürgermeister ihrer Stadt ausgezeichnet. Zuhause unterstützt sie ihre Eltern bei der Übersetzung von Formularen. „Für mich ist das alles nichts Besonderes, im Talentscouting wurde mir klar, dass mein Engagement auch eine Leistung ist.“

Glücklich angekommen

Von ihrem Engagement und von ihren Erfahrungen in der Talentförderung konnte Rubiny sogar dem Bundespräsidenten Frank-Walter Steinmeier berichten. Als dieser im vergangenen Jahr zusammen mit Minister Dr. Joachim Stamp das NRW-Zentrum für Talentförderung besuchte, nahm Rubiny selbstbewusst mit vier weiteren Talenten an einer Gesprächsrunde zum Thema Talentförderung in NRW teil. „Das war eine tolle Erfahrung und sehr spannend“, erzählt sie strahlend. Aber Rubiny kennt auch Tage an denen nicht immer alles glatt läuft. „Dann denke ich an die schwierige Zeit, als ich von der Realschule auf das Gymnasium wechselte, und sage mir: Wenn du das geschafft hast, dann kannst du alles schaffen.“ Ihr Talentscout sagte ihr immer, dass es für alles eine Lösung gebe, man müsse sie nur suchen. „Auch wenn die vielen beruflichen Möglichkeiten nach dem Schulabschluss Angst machen, man kann alles Stück für Stück in Angriff nehmen und seinen Weg gehen“, möchte Rubiny all jenen raten, die in der Schulzeit noch unsicher in die Zukunft blicken. Für Rubiny steht fest, dass sie weiter über sich hinauswachsen, neue Menschen kennenlernen und sie unterstützen möchte. Ihr Motto lautet: „Weiterhin so glücklich sein wie jetzt und mich von nichts und niemandem runterziehen lassen.“

Stand: März 2020

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