Talent Timo im Porträt

Timos Leistungen in der Grundschule lagen im mittleren Bereich. Das war der Grund, warum sich seine Eltern manchmal nicht sicher waren, ob er es auf ein Gymnasium schafft. „Trotzdem haben sie mich immer unterstützt und an mich geglaubt. Ihre leichten Zweifel haben mich sogar angespornt."

"Im Talentscouting geht es um mich"

Timos Leistungen in der Grundschule lagen im mittleren Bereich. Das war der Grund, warum sich seine Eltern manchmal nicht sicher waren, ob er es auf ein Gymnasium schafft. „Trotzdem haben sie mich immer unterstützt und an mich geglaubt. Ihre leichten Zweifel haben mich sogar angespornt, so dass ich mich verbessern konnte und eine eingeschränkte Empfehlung fürs Gymnasium bekam“, erinnert sich Timo. Auf dem Max-Planck-Gymnasium in Gelsenkirchen brauchte er ein bisschen Zeit, bis er sich eingewöhnt hatte. Mathematik war schon immer sein Lieblingsfach, auch die Naturwissenschaften interessieren ihn. „Mit Fächern, in denen es kein eindeutiges Richtig oder Falsch gibt, hatte ich Schwierigkeiten“, überlegt Timo, „Deutsch und Fremdsprachen liegen mir nicht so.“ Das Verhältnis zu seinen Lehrer*innen auf dem Gymnasium war gemischt. Mit einigen kam er sehr gut klar, mit anderen weniger. „Meine mündlichen Leistungen waren manchmal nicht so, wie sie sein sollten. Deshalb haben mich manche Lehrer natürlich entsprechend eingeschätzt. Da musste ich in den Klausuren überzeugen und mich wirklich anstrengen“, lacht Timo.

Aus Pflichtbewusstsein zur Schule

In der Mittelstufe verlor Timo seine Eltern. Er zog zu seinen Großeltern. Kurze Zeit später starb auch sein Großvater. In der Schule war es daraufhin nicht leicht für ihn. „Ich bin nur noch aus Pflichtbewusstsein zur Schule gegangen und hatte kein Ziel mehr vor Augen“, erinnert er sich, „ich musste mich ganz schön durchbeißen und hatte Schwierigkeiten, mich zu motivieren. Das Abitur war gefühlt noch so weit entfernt.“ Mit der Zeit und mit den Wahlmöglichkeiten der Fächer in der Oberstufe kam auch die Motivation zurück. Timo konnte sich jetzt mehr mit Themen beschäftigen, die ihn interessieren. In den sozialen Medien ist er auf das NRW-Talentscouting aufmerksam geworden. Das Porträt eines Talents hatte ihn neugierig gemacht und er dachte sich, dass er auch gerne mit einem Talentscout über seine berufliche Zukunft sprechen möchte. „Ich habe dann einfach eine E-Mail geschrieben, ich dachte, mehr als nein sagen können sie nicht“, erinnert sich Timo.

Berührungsängste verlieren

Die Antwort mit einer Einladung zum Erstgespräch kam prompt. „Ich war total erstaunt, denn das Gespräch verlief ganz anders, als ich es von Berufsberatungen kannte. Es ging anfangs gar nicht darum, wie meine berufliche Zukunft aussehen könnte. Ich hatte das Gefühl, es ging erst einmal um mich. Mein Talentscout hat sich zuallererst dafür interessiert, was mich als Person ausmacht. Wofür ich mich begeistere, was meine Wünsche sind und wie meine allgemeine Lebenssituation aussieht. Dass sich jemand diese Zeit nimmt, das kannte ich so nicht.“ Studieren war schon immer eine Option für Timo. Was für ihn der passende Studiengang sein könnte, wie ein Studium funktioniert und ob er das schaffen kann, das waren Fragen, die er mit seinem Talentscout Cahit Bakır von der Westfälischen Hochschule besprechen konnte. Es sei schon etwas anderes, mit einem Talentscout seine Wünsche und Möglichkeiten zu besprechen als mit Freunden, meint Timo. Neben der fachlichen Beratung gefällt ihm besonders, dass er auf Augenhöhe mit seinem Talentscout sprechen kann. „Mein Talentscout hat mich im Entscheidungsprozess, wie es nach dem Abitur weitergehen kann, begleitet. Wir haben alle möglichen Optionen diskutiert. Aber ich wollte gerne studieren und habe im Talentscouting meine Berührungsängste gegenüber Hochschulen verloren.“

Ein guter Einstieg ins Studium

Timo hat sein Abitur mit einem Schnitt von 2,4 bestanden. Er wollte gerne in der Nähe bleiben und entschied sich für Maschinenbau an der Westfälischen Hochschule in Gelsenkirchen, wo er seit dem Wintersemester 2017 studiert. Sein Talentscout Cahit hat ihm die Einstiegsakademie der Westfälischen Hochschule empfohlen, bei der er direkt zu Beginn des Studiums seine Mathematikkenntnisse auffrischen und Schlüsselkompetenzen im effizienten Lernen erwerben konnte. Das hat ihm den Studieneinstieg erleichtert. Sein Talentscout ist auch weiterhin für Timo da. „Es ist schön zu wissen, dass ich mit Cahit immer einen Ansprechpartner habe, mit dem ich Fragen klären oder Unsicherheiten aus dem Weg räumen kann.“

In seiner Freizeit hat Timo einen Motorradführerschein gemacht und darf mittlerweile auch größere Maschinen fahren. Motorräder und Autos sind seine Leidenschaft. „Jedes Mal, wenn ich ein tolles Auto oder ein Motorrad auf der Straße sehe, dann weiß ich, wofür ich stundenlang am Schreibtisch sitze“, erzählt Timo. Wenn er sein Studium abgeschlossen hat, möchte er gerne in der Automatisierungstechnik – in der Motorrad- oder Kfz-Branche – arbeiten.

Stand: März 2019

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