Zwei intensive Tage voller Einblicke in die Praxis der Talentförderung und Diskussionen auf Augenhöhe liegen hinter den Teilnehmenden. Für sie bedeutet der Abschluss einen spannenden Perspektivenwechsel: Was sie selbst während ihrer eigenen Förderung gelernt und erlebt haben, geben sie ab jetzt als zertifizierte NRW-Talentpatinnen und -paten an andere weiter.
„Ich wollte etwas zurückgeben, vor allem, nachdem ich selbst so viel Unterstützung von meinem Talentscout erhalten habe. Inhaltlich hat mich besonders beeindruckt, wie wichtig eine individuelle Förderung sein kann. Mir hat gefallen, dass es nicht darum geht, jungen Menschen fertige Lösungen vorzugeben, sondern sie dabei zu unterstützen, ihre eigenen Ziele zu entwickeln,“ erzählt Nijat, der Politikwissenschaften in Frankfurt studiert. Karina, die Medizin in Hannover studiert, ergänzt: „Ich möchte meine Erfahrungen aus dem Medizinstudium und von meinem eigenen Stipendium weitergeben, Orientierung bieten und Talente auf ihrem Weg ermutigen. Ich freue mich schon darauf, junge Menschen zu finden und von meinem Vorschlagsrecht für das RuhrTalente-Stipendium und das Förderprogramm NRWTalente_academy Gebrauch zu machen.“
Ein Erfolgsmodell mit Strahlkraft
Bereits seit vier Jahren bietet das NRW-Zentrum für Talentförderung diese Qualifizierung an – ein echtes Erfolgsmodell. Inzwischen engagieren sich rund 500 Talentpatinnen und -paten in ihrer Berufsausbildung, im Studium, in Gremien oder im eigenen Umfeld. Hilke Birnstiel, Leiterin des NRW-Zentrums für Talentförderung, betont das Potenzial der Jugendlichen: „Unsere Gesellschaft steckt voller leistungsstarker, motivierter Talente. Wir müssen ihnen den Raum geben, aktiv etwas zu verändern – als Vorbilder, Mentorinnen und Mentoren sowie als die Führungskräfte von morgen.“
Zusammen mit Céline Roßhoff hat Cahit Bakir (Beratung, Qualifizierung und Weiterbildung am NRW-Zentrum für Talentförderung) das digitale Seminar geleitet. Er hebt das gesellschaftliche Engagement hervor: „Aktuell begleiten wir über 40.000 junge Menschen in der NRW-Talentförderung. Es ist beeindruckend, wie viele von ihnen Verantwortung übernehmen und der Gesellschaft etwas zurückgeben wollen.“ Durch das Seminar reflektieren die Teilnehmenden ihre eigene Biografie und lernen, wie sie als Multiplikatoren andere anstecken können. Céline Roßhoff beschreibt diesen Effekt so: „Talentpatinnen und -paten ziehen andere Jugendliche in ihrem Umfeld an wie ein Magnet. Sie bieten Halt und zeigen Wege auf, wie gesellschaftliche Teilhabe und ein erfolgreicher Bildungsweg gelingen können.“
Abschließend unterstreicht Hilke Birnstiel noch einmal den unschätzbaren Wert der neuen Talentpatinnen und -paten: „Das Engagement dieser jungen Menschen ist außergewöhnlich. Ihre echten, gelebten Erfahrungen und ihr Wissen sind Gold wert. Indem wir sie fest in unsere Arbeit einbinden, tragen wir die Idee der Talentförderung weit über die Grenzen von NRW hinaus.“
Die nächste Qualifizierung zur NRW-Talentpatin/zum NRW-Talentpaten findet am 23. und 24. September 2026 in Präsenz im NRW-Zentrum für Talentförderung statt – hier geht es zur Anmeldung.
07.07.2026


