Hilke Birnstiel und Dr. Magdalena Bienek (NRW-Zentrum für Talentförderung) skizzierten die Entwicklung der institutionalisierten NRW-Talentförderung: Ausgehend vom landesweiten Talentscouting-Netzwerk entstanden mit den TalentKollegs Ruhr und dem Schülerstipendienprogramm NRWTalente zentrale Bausteine, die eine individuelle und zugleich breit aufgestellte Förderung junger Menschen ermöglichen – von der Breitenförderung bis hin zur Spitzenförderung.
Prof. Dr. Marita Jacob und Juliana Schneider präsentierten erstmals Ergebnisse aus der wissenschaftlichen Begleitung des NRW-Talentscoutings durch die Universität zu Köln, das Leibniz-Institut für Bildungsverläufe und das Wissenschaftszentrum Berlin für Sozialforschung für den Zeitraum von 4,5 Jahren nach dem Schulabschluss: Die Ergebnisse signalisieren erhebliche Effekte für mehr Chancengerechtigkeit nicht mehr nur beim Hochschulzugang, sondern auch in Bezug auf den Verbleib im Studium, in Bezug auf den ersten Hochschulabschluss sowie die Absicht zur Aufnahme eines Masterstudiums.
Robin Gibas und Dr. Lena Kreppel (NRW-Zentrum für Talentförderung) zeigten in ihrem Beitrag, dass die breitenwirksame NRW-Talentförderung als Hebel für chancengerechtere Zugänge in die Begabungsförderung wirken kann: Das Talentscouting führt nicht nur zu deutlich mehr Vorschlägen und Bewerbungen bei der Studienstiftung des deutschen Volkes (Deutschlands größtem Begabtenförderwerk), auch die Aufnahmequoten bislang unterrepräsentierter Gruppen steigen signifikant. Zusätzliche Wirkung erzielt das Schülerstipendienprogramm RuhrTalente (NRWTalente): Bewerbungen für die Programme der Deutschen Begabtenförderung sind überproportional häufig erfolgreich. Damit hat die Kombination aus einem flächendeckenden Talentscouting und einem landesweit zugänglichen Schülerstipendienprogramm das Potenzial, Chancenungerechtigkeiten beim Übergang in die Begabungsförderung nahezu auszugleichen.


