Auszeichnung „NRW-Talentscout ehrenhalber“ geht an die Journalistin Nicole Rosenbach und den Bildungsexperten Bernd Kreuzinger

Die Kölner TV-Journalistin Nicole Rosenbach und der Essener Bildungsexperte Bernd Kreuzinger werden mit dem Award „Talentscout ehrenhalber“ des NRW-Zentrums für Talentförderung ausgezeichnet.

Das Talentscouting ist eine der außergewöhnlichsten Bildungsinnovationen der Gegenwart. In erheblichem Maße erhöht es die Chancengerechtigkeit beim Zugang zur Berufsausbildung und zum (dualen) Studium, unabhängig von der sozialen Herkunft. Persönlichkeiten, die sich im Sinne der Ziele des Talentscoutings in herausragender Weise um die Förderung von Kindern und Jugendlichen aus weniger privilegierten Verhältnissen verdient gemacht haben, zeichnet das NRW-Zentrum für Talentförderung der Westfälischen Hochschule mit dem Award „NRW-Talentscout ehrenhalber“ aus. Gewürdigt werden sollen vor allem Menschen, deren Engagement für die konkrete Umsetzung von Maßnahmen der Talentförderung in Nordrhein-Westfalen hervorsticht. Dabei geht es auch darum, einen ganzheitlichen Blick auf die Förderung von Bildungsinnovationen zu schärfen.

Ganz in diesem Sinne wird Nicole Rosenbach für herausragende journalistische Arbeiten bei der Aufblendung von Gelingensbedingungen für die Überwindung ungleicher Bildungschancen von Kindern und Jugendlichen ausgezeichnet. Hilke Birnstiel, Leiterin des NRW-Zentrums für Talentförderung, würdigte in ihrer Laudatio: „Es gibt viele gut durchdachte und gut gemachte innovative Bildungsprojekte, die im lokalen Rahmen erhebliche Effekte für bessere Bildungschancen erzielen. Weil der Schritt von einer lokalen Lösung zu einer breit angelegten Programmatik aber nur selten gelingt, geht immer wieder wertvolles Umsetzungs-Know-how verloren. Anstatt einer Skalierung von Lösungen folgt dann das nächste Projekt. Dass dieser Mechanismus so selten durchbrochen werden kann, liegt auch daran, dass selbst Wiederholungen von altbekannten Fehlentwicklungen im Bildungssystem regelmäßig eine viel größere öffentliche Aufmerksamkeit erhalten, als die Kommunikation von innovativen Lösungsansätzen. Nicole Rosenbach hat hier mit ihrer frühzeitigen Recherche zum Talentscouting in vielerlei Hinsicht einen mutigen journalistischen Kontrast verantwortet. Ihre über einen Zeitraum von mehr als drei Jahren gedrehte TV-Reportage „Der Traum vom Aufstieg – Julia will es schaffen“ schildert sehr detailliert sachliche Herausforderungen und emotionale Bedingungen von beruflichen Orientierungsprozessen aus der Perspektive junger Menschen und trifft mit mehreren Millionen YouTube-Aufrufen auch Jahre nach der Erstausstrahlung auf erhebliche Resonanz. Letztlich hat die durch ihre Arbeit ausgelöste öffentliche Debatte einen erheblichen Teil dazu beigetragen, dass das NRW-Talentscouting zu einem Erfolgsprogramm mit bundesweiter Ausstrahlung für mehr Chancengerechtigkeit entwickelt werden konnte.“

„Ich freue mich sehr über die Auszeichnung ‘NRW-Talentscout ehrenhalber‘. Vor zwölf Jahren durfte ich für die ARD eine Dokumentation über die Arbeit des ersten und damals einzigen Talentscouts, Suat Yilmaz, drehen. Die Bilder und Geschichten der Schülerinnen und Schüler von damals sind mir immer noch präsent. Es ist beeindruckend zu sehen, wie sich aus dieser Initiative für mehr Chancengerechtigkeit eine so umfassende und flächendeckende Förderung junger Talente entwickelt hat“, so Nicole Rosenbach.

Der Leiter des Bereichs Bildung des Initiativkreises Ruhr, Bernd Kreuzinger, wird für seine herausragende Mitarbeit bei der Umsetzung der Initiative TalentMetropole Ruhr und ihrer langfristig angelegten Etablierung ausgezeichnet. Marcus Kottmann, Leiter des NRW-Zentrums für Talentförderung, würdigte in seiner Laudatio: „Nach jahrzehntelanger Forschung zu ungleichen Chancen von Kindern und Jugendlichen im Bildungssystem haben wir einen durchaus fundierten Analysestand zu den Ursachen, Ausprägungen und Auswirkungen von Chancenungerechtigkeiten. Manchmal hat man fast den Eindruck, dass mit immer neuen Studien eine Art von Ersatzhandlung für echte Veränderungen in der Praxis kultiviert worden ist. Es gibt aber kein vorwiegendes Erkenntnisdefizit mehr, es existiert ein fundamentales Umsetzungsproblem. Wir brauchen für mehr Chancengerechtigkeit dringend breit getragene Praxisinitiativen aller gesellschaftlichen Akteure, die den langfristigen Rahmenbedingungen von Bildungs- und Ausbildungsprozessen Rechnung tragen und eine kurzatmige und wenig effektive Projektitis überwinden helfen. Bernd Kreuzinger hat die Umsetzung der Initiative TalentMetropole Ruhr mit herausragendem Engagement über fast ein Jahrzehnt entscheidend mitgeprägt. Mit der Mitwirkung bei der Etablierung des Veranstaltungsformates der „TalentTage Ruhr“ und der bundesweit einzigartigen Auszeichnung „TalentAward Ruhr“ für Talentfördernde von der KiTa bis in die akademische oder berufliche Ausbildung setzte er operative Impulse für mehr Chancengerechtigkeit in einer Region, die über eine besonders hohe Dichte an Kindern und Jugendlichen aus weniger privilegierten Verhältnissen verfügt. Letztlich sind genau in diesen Quartieren die Potenziale zu finden, die eine Fachkräfteoffensive erschließen kann.“

„Die Initiative TalentMetropole Ruhr ist ein Erfolgsmodell, das eine beispiellose Entwicklung genommen und sich binnen weniger Jahre in der Bildungslandschaft etabliert hat. Dabei hat die TalentMetropole Ruhr immer konkrete Perspektiven für die jungen Menschen im Blick, z.B. durch praxisnahe Angebote zur Berufsorientierung. Es sind ruhrgebietsweite, inhaltlich aufeinander aufbauende Programme entstanden. Heute nehmen jährlich zehntausende Kinder, Jugendliche und Bildungsakteure an den Formaten der TalentMetropole Ruhr teil. Ich bin sehr dankbar, dass ich diese Erfolgsgeschichte mitgestalten durfte,“ sagt Bernd Kreuzinger.

Bild (v.l.): Prof. Dr. Bernd Kriegesmann, Präsident der Westfälischen Hochschule, Nicole Rosenbach, Hilke Birnstiel, Bernd Kreuzinger, Marcus Kottmann, Ina Brandes, Ministerin für Kultur und Wissenschaft des Landes Nordrhein-Westfalen.

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