Real-Talk übers Handwerk: Neue Perspektiven, Chancen und Karrierewege – Talente treffen Miss Handwerk, Katja Lilu Melder

Künstliche Intelligenz verändert die Arbeitswelt und damit auch die Frage, welche Fähigkeiten und Berufe in Zukunft besonders gefragt sein werden. Bei „Talente treffen …“ im NRW-Zentrum für Talentförderung gab Katja Lilu Melder, „Miss Handwerk 2025“, Einblicke in ihren ungewöhnlichen Berufsweg und sprach mit jungen Menschen über die Möglichkeiten einer Ausbildung und die Chancen des Handwerks im KI-Zeitalter. Die Veranstaltung fand zwei Tage vor dem bundesweiten Tag des Handwerks am 19. September statt und rückte damit die beruflichen Perspektiven im Handwerk in den Fokus.

Mit einem Abitur von 1,2 versuchte Katja Lilu Melder zunächst, den Erwartungen ihres Umfelds gerecht zu werden. Ihr beruflicher Weg führte sie anschließend über verschiedene Stationen, Aus- und Weiterbildungen schließlich in den Bau. Dort fand sie den Bereich, in dem sie beruflich angekommen ist. Heute ist sie Handwerkerin, Unternehmerin und als Speakerin für das Handwerk aktiv. Besonders beeindruckt zeigte sich Miss Handwerk 2025 von den jungen Menschen, mit denen sie an diesem Abend ins Gespräch kam: „Es wird ja viel gesagt, die Generation Z will nicht. Das habe ich hier nicht erlebt. Das sind tolle junge Menschen, die wollen und richtig Lust haben, etwas aus ihrem Leben zu machen. Jetzt müssen wir zusehen, dass wir auch die Rahmenbedingungen dafür schaffen.“

Handwerk im Reality-Check

Im Gespräch mit den Talenten ging es nicht nur um Melders persönliche Geschichte. Gemeinsam nahmen sie auch verbreitete Vorstellungen über das Handwerk unter die Lupe: Welche Karriere- und Verdienstmöglichkeiten eröffnet eine Ausbildung? Wie modern sind handwerkliche Berufe heute? Und legt man sich mit einer Ausbildung tatsächlich für das gesamte Berufsleben fest?

Ein besonderer Schwerpunkt lag auf Künstlicher Intelligenz. Diskutiert wurde, welche Tätigkeiten sich durch KI verändern oder automatisieren lassen und wo neue Technologien Handwerkerinnen und Handwerker unterstützen können. Katja Lilu Melder zeigte sich dabei überzeugt von den Perspektiven handwerklicher Berufe: „Handwerk hat absolut Zukunft. KI wird das Handwerk unterstützen, aber nicht ersetzen. Es ist eine Möglichkeit, sich eine sichere Zukunft aufzubauen und gleichzeitig etwas Sinnvolles zu machen, das einen wirklich erfüllt.“

Auch Herausforderungen kamen zur Sprache. Melder berichtete von ihren Erfahrungen als Frau und Unternehmerin sowie von ihrem Engagement für mehr Inklusion in der beruflichen Bildung. In ihrem Unternehmen arbeiten auch gehörlose Kolleginnen und Kollegen. Um eine möglichst barrierearme Zusammenarbeit zu ermöglichen, hat sich das Team mit Gebärdensprache auseinandergesetzt und entsprechende Kenntnisse aufgebaut.

Talent Ela-Naz aus Gelsenkirchen nahm vor allem die persönliche Ermutigung aus dem Abend mit: „Ich gehe mit sehr viel Mut aus dieser Veranstaltung nach Hause. Ich habe viele Ratschläge für mein eigenes Leben mitgenommen und das Gefühl, selbstbewusster meinen Weg gehen zu können. Besonders beeindruckt hat mich, wie Katja Lilu Melder uns ermutigt hat, an uns selbst zu glauben.“

Auch für Talent Raphael, der zuvor wenig Berührungspunkte mit dem Handwerk hatte, eröffnete die Veranstaltung neue Perspektiven: „Ich hatte vorher gar nicht so viel mit dem Handwerk zu tun und bin eher aus Neugier zur Veranstaltung gekommen. Ich habe es nicht bereut: Besonders mitgenommen habe ich, dass man trotz Rückschlägen weitermachen, Neues ausprobieren und immer wieder neue Wege für sich finden kann.“

Moderiert wurde die Veranstaltung von Talentpatin Amelie aus Köln und Talentpate Marcel aus Düsseldorf. Danach war das Publikum gefragt: Die Talente stellten Katja Lilu Melder ihre eigenen Fragen zu Ausbildung und Studium, zu beruflichen Entscheidungen und dazu, wie sich die Arbeitswelt verändert.

17.09.2026

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