Talent Caroline im Porträt

"Ich habe mir nicht nur einmal auf den Finger gehauen, sondern gleich zwei-, dreimal“, blickt Caroline lachend auf ihre Berufsausbildung zur Industriemechanikerin zurück. Ihr Vater hatte ihr zu der Ausbildung als Technische Zeichnerin geraten. Caroline entschied sich für die körperlich mehr abverlangende Ausbildung zur Industriemechanikerin.

Gemeinsam erfolgreich im dualen Studium

"Ich habe mir nicht nur einmal auf den Finger gehauen, sondern gleich zwei-, dreimal“, blickt Caroline lachend auf ihre Berufsausbildung zur Industriemechanikerin zurück. Ihr Vater hatte ihr zu der Ausbildung als Technische Zeichnerin geraten. Das hätte seiner Meinung nach gut zu seiner Tochter gepasst, da Caroline genau ist und ein sehr gutes räumliches Vorstellungsvermögen hat. Caroline entschied sich für die körperlich mehr abverlangende Ausbildung zur Industriemechanikerin. Das war aber nur die eine Hälfte der Herausforderung: Parallel zu ihrer Ausbildung hat Caroline Maschinenbau an der Westfälischen Hochschule in Gelsenkirchen studiert. Und zwar dual, weil sie nicht auf Praxis verzichten wollte. „Mir war es wichtig, einmal selbst einen Klotz Metall in der Hand zu haben und ihn zu bearbeiten. Wie soll ich denn sonst mit Kunden über die Waren, die wir vertreiben, sprechen?“, erklärt die heute 27-Jährige entschlossen.

Klare Vision trifft steinig-unbekannten Weg

Die Idee, dual zu studieren, entstand während eines Schulpraktikums. Ein Student erzählte ihr dort von dieser Möglichkeit und fixte sie damit an. „Bei einem Schülerinformationstag in meiner Heimatstadt Gladbeck wollten sich meine Freundinnen allesamt über Studienmöglichkeiten im Bereich Geisteswissenschaften informieren, deswegen musste ich leider alleine los. Mit Deutsch, Englisch und Geschichte konnte ich nicht viel anfangen.“ Die damalige Gymnasiastin mag Mathematik, Chemie und Physik. „Caroline hat sich alleine in die letzte Reihe verdrückt“, erinnert sich Marcus Kottmann, Leiter des NRW-Zentrums für Talentförderung. „Sie hörte sich meinen Vortrag zum dualen Studium an, wir sprachen im Anschluss ein paar Sätze, ich gab ihr meine Telefonnummer und ein paar Wochen später rief sie an.“ Caroline war verzweifelt und hatte Fragen zum Bewerbungsprozess.

Rückhalt in der Talentförderung

Die damals 17-Jährige hatte Probleme, eine Ausbildung bei einem Unternehmen zu finden. „Die Bewerbungsphase hat mich fertig gemacht. In der Online-Bewerbung musste man nach dem Namen immer direkt die Abiturnote angeben. Mit einem Zweierschnitt dachte ich, ich bin direkt raus.“ Unterstützung und Zuspruch fand sie in der Talentförderung. „Das Team der Talentförderung war im Bewerbungsprozess kontinuierlich ansprechbar, machte mir Mut und klärte mich über das Verfahren auf.“ Caroline war ehrgeizig und bewarb sich auch nach ersten Misserfolgen weiter – mit Erfolg! Nach der Einladung zum Bewerbungsgespräch meisterte sie das Assessment-Center mit Bravour.
Das an die Berufsausbildung gekoppelte Maschinenbaustudium war eine große Unbekannte und gleichzeitig ein Kraftakt. „Man muss lernen, sich selbst zu motivieren und sich auch nach einem anstrengenden Arbeitstag noch zum Lernen hinzusetzen. Aber Faulenzen ist eh nichts für mich.“ Caroline studiert als erste in ihrer Familie. Sie ist fokussiert und zieht durch, was sie sich vorgenommen hat. „Dass ich meine Ausbildung bei Siemens machen konnte und nun im Unternehmen als Commodity Managerin arbeite, habe ich der Talentförderung zu verdanken. Allein hätte ich das nicht geschafft – dem bin ich mir bewusst.“

Stand: November 2018

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