Talent Anna im Porträt

Wenn Anna sich etwas in den Kopf setzt, dann möchte sie es auch erreichen. Sie war schon immer eine gute Schülerin und hat viele Interessen. Längere Zeit spielt die heute 19-Jährige Blockflöte, dann mehrere Jahre Klavier und Tennis. Als das Abitur auf dem Geschwister-Scholl-Gymnasium in Velbert näher rückt, gibt sie einiges davon auf.

„DAS WAR WIE EIN WEIHNACHTSGESCHENK FÜR MICH…“

Wenn Anna sich etwas in den Kopf setzt, dann möchte sie es auch erreichen. Sie war schon immer eine gute Schülerin und hat viele Interessen. Längere Zeit spielt die heute 19-Jährige Blockflöte, dann mehrere Jahre Klavier und Tennis. Als das Abitur auf dem Geschwister-Scholl-Gymnasium in Velbert näher rückt, gibt sie einiges davon auf. Sie hat sich vorgenommen, für das Abitur zu lernen und da fehlt für die Musik die Zeit. Sport braucht sie als Ausgleich. Anna lernt gerne, aber die ganze Zeit am Schreibtisch sitzen, das ist nicht ihr Ding. In der Schule mag sie Sprachen, aber auch Naturwissenschaften interessieren sie. 2019 macht sie ihr bilinguales Abitur Deutsch/Englisch mit einem guten Schnitt.

Auf der gleichen Wellenlänge

Wie es nach dem Abitur weitergehen soll, ist Anna lange nicht klar. „Ich wusste schon immer, dass ich irgendetwas mit Bauen und Gebäuden machen möchte. Architektin vielleicht. Sprachen liegen mir auch. Aber so richtig einordnen konnte ich das für mich nicht“, erzählt sie. Annas Mutter arbeitet in der Nachmittagsbetreuung einer Grundschule, ihr Vater ist im Außendienst eines Holzhandels beschäftigt. Ihnen ist es wichtig, dass Anna einen Beruf findet, der zu ihr passt und in dem sie erfolgreich sein kann. Sie unterstützen sie bei allem, was sie vorhat. Aber um Orientierung zu geben, dafür kennen sie sich mit den vielen Ausbildungsmöglichkeiten zu wenig aus.

Als Anna in der 11. Klasse ist, fallen ihr in der Schule Aushänge des NRW-Talentscoutings auf. „Ich konnte mit dem Begriff nicht wirklich etwas anfangen“, sagt Anna, „aber es klang interessant und ich habe mich dann einfach aus Neugier für ein Erstgespräch eingetragen.“ Nach dem Termin mit Talentscout Alberto Rodriguez von der Hochschule Bochum fühlt Anna sich gut. Sie hat den Eindruck, dass ihr Talentscout „auf der gleichen Wellenlänge“ ist. Sie geht von nun an regelmäßig zum Talentscouting in ihrer Schule, trifft ihren Talentscout aber auch am Standort Heiligenhaus der Hochschule Bochum, wenn sie kurzfristig etwas besprechen möchte.

Nach dem Abitur Theorie und Praxis verbinden

Im Talentscouting setzt sich Anna mit der Zeit nach der Schule auseinander, erzählt von ihren Vorstellungen, was ihr gefällt und auch was sie nicht machen möchte. Zusammen mit Alberto versucht sie herauszufinden, welche Berufe, die entweder mit Sprachen oder Architektur zu tun haben, ihr Spaß machen würden. Schnell wird klar, dass Anna nicht studieren möchte. Sie würde gerne eine Tätigkeit ausüben, bei der sie nicht die meiste Zeit in einem Büro verbringen muss. Anna möchte nach dem Abitur Theorie und Praxis verbinden. Ihr Talentscout schlägt ihr ein duales Studium vor und schaut mit ihr zusammen, welche Möglichkeiten es gibt. Er unterstützt sie bei den Bewerbungen und bestärkt sie, auch wenn nach Bewerbungsgesprächen Absagen kommen oder Anna die Bewerbungsgespräche nicht gefallen. „Neben der Orientierung, was ich denn beruflich machen könnte, hat mich der Zuspruch meines Talentscouts wirklich motiviert“, sagt Anna, „Alberto hat mir Mut gemacht und gesagt, dass ich weiter Bewerbungen schreiben soll. Mit ihm zusammen konnte ich die Bewerbungen durchgehen und ich habe Tipps bekommen, wie ich sie noch verbessern kann. Das hat mir in dieser Phase wirklich sehr geholfen.“

Frühzeitige Bewerbung um einen Ausbildungsplatz

Anna bewirbt sich auch für eine Berufsausbildung als Vermessungstechnikerin. Der Beruf gefällt ihr, da er Technik, Büroarbeit und Außentätigkeiten verbindet. Sie durchläuft Einstellungstests und wird zu Bewerbungsgesprächen eingeladen. „Das Bewerbungsgespräch beim Kreis Mettmann hat mir besonders gut gefallen und ich habe gehofft, dass es mit diesem Ausbildungsplatz klappt“, erinnert sich Anna, „zwei Tage vor Weihnachten kam dann die Zusage. „Ich war so erleichtert, das war wie ein Weihnachtsgeschenk für mich. Es war ein gutes Gefühl, schon einen Ausbildungsvertrag in der Tasche zu haben bevor das Abitur losgeht.“

Außendienste als guter Ausgleich zur Bürotätigkeit

Mittlerweile ist Anna seit einem guten halben Jahr in der Berufsausbildung beim Vermessungs- und Katasteramt des Kreises Mettmann. Die Ausbildung ist noch vielfältiger als sie dachte. Besonders gut gefällt ihr der Außendienst, in dem sie Daten sammelt, die dann im Büro ausgewertet werden. „Ich hatte anfangs die Vorstellung, dass der Anteil der Außendienste höher wäre. Ich bin doch auch viel im Büro, aber es ist so interessant und abwechslungsreich. Die Außendienste sind körperlich anstrengend, so dass sie ein guter Ausgleich zur Bürotätigkeit sind. Wir arbeiten viel mit dem Umweltamt zusammen und erfassen Daten von z. B. Baumbeständen oder vermessen Grundstücke.“ Zweimal pro Woche geht Anna zum Albrecht-Dürer-Berufskolleg in Düsseldorf-Benrath. In allen Klausuren hat sie bislang eine Eins geschrieben. „Ich lerne dort sehr praxisbezogen die theoretischen Grundlagen für die Arbeit als Vermessungstechnikerin. Durch den Praxisbezug macht mir das Lernen total viel Spaß. Ich habe mit meiner Berufsausbildung die richtige Entscheidung getroffen, ich war noch nie so glücklich, wie jetzt!“

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