Talent Anyi im Porträt

Anyis Geschichte beginnt in Taiwan. Auf eine gute Bildung legt Anyi sehr viel Wert und ihre Eltern unterstützen sie nach ihren Möglichkeiten. Ihre Mutter arbeitet in einer Fischfabrik und ihr Vater ist Koch. Mit 15 zieht Anyi von Zuhause aus, um in Taiwan Germanistik und Anglistik zu studieren.

„EIN TALENT ZU SEIN IST WIE EINE SICH SELBST ERFÜLLENDE PROPHEZEIUNG“

Anyis Geschichte beginnt in Taiwan. Auf eine gute Bildung legt Anyi sehr viel Wert und ihre Eltern unterstützen sie nach ihren Möglichkeiten. Ihre Mutter arbeitet in einer Fischfabrik und ihr Vater ist Koch. Mit 15 zieht Anyi von Zuhause aus, um in Taiwan Germanistik und Anglistik zu studieren. Ihr Studium finanziert sie sich durch einen Nebenjob in einem Hostel, wo sie Max, ihren jetzigen Mann, kennenlernt. Als sich eine Chance für ein Austauschsemester an der Universität Leipzig bietet, ergreift sie sie und die beiden treffen sich wieder.

Herausforderungen mit dem taiwanesischen Studienabschluss in Deutschland

Vor drei Jahren ist Anyi nach Deutschland ausgewandert. „Ich kam voller Hoffnung nach Deutschland und fast nichts von dem, was ich bisher erreicht hatte, wurde anerkannt,“ erinnert sie sich. Ihr taiwanischer Studienabschluss gilt in Deutschland als Realschulabschluss und ermöglicht ihr begrenzte berufliche Perspektiven. Die ambitionierte Anyi ist enttäuscht. Im ersten Jahr erkundigt sie sich selbst ohne viel Unterstützung über die verschiedenen Bildungswege. Ihr wird geraten, sich einfach zu bewerben. Doch es folgen nur Absagen. Sie nimmt sich die Zeit, darüber nachzudenken, was sie erreichen möchte.

„Ich möchte Menschen auf einer sprachlich verständlichen medizinischen Ebene helfen.“

Bei einem Praktikum in einer Sozialstation für die häusliche Alten- und Krankenpflege entsteht die Idee, Medizin zu studieren. „Arbeit mit Sprachen ist Arbeit mit Menschen“ sagt Anyi entschlossen und vereint damit ihre beiden Leidenschaften. „Ich möchte dazu beitragen, dass Menschen eine größere Chance haben, die Medizin zu verstehen,“ erklärt sie. Aber es bleibt die Frage, wie der Weg dahin für sie sein kann. Bei einem Besuch in Leipzig rät ihr zufällig jemand: Probiere es mal am beruflichen Gymnasium eines Berufskollegs, wo es keine Altersbeschränkung gibt und keine berufliche Erfahrung erforderlich ist. „Für diese Info bin ich durch halb Deutschland gelaufen,“ sagt sie lachend.

„Ich bin Talent und habe meinen Talentscout und wir machen das zusammen. Das gibt Bestätigung.“

Inzwischen ist die 24-Jährige auf dem beruflichen Gymnasium der Käthe-Kollwitz-Schule in Aachen. Dort lernt sie ihren Talentscout Daniela Möller von der FH Aachen kennen. Seit 1,5 Jahren wird Anyi durch das Talentscouting begleitet. „Mein Talentscout gibt mir Sicherheit,“ sagt Anyi. Im Talentscouting entwickeln sie gemeinsam alternative Berufsperspektiven und behalten den Traum des Medizinstudiums im Blick. Die zusätzliche Perspektive ihres Talentscout hilft ihr, sich weiterzuentwickeln. „Daniela ist die einzige, mit der ich so persönlich über meinen Traum reden kann“, sagt Anyi. In ihrer Freizeit engagiert sie sich ehrenamtlich bei den Maltesern und macht gerade die Prüfung zur Rettungssanitäterin. In Deutschland hat sie Musik für sich entdeckt und das erste Mal ein Instrument gespielt. Die Familie ihres Mannes Max ist musikalisch, so hat ihre „Mama“ ihr einfach mal eine Trompete in die Hand gedrückt und sie mit zum Posaunenchor genommen. In ihr Hobby investiert sie Zeit und begeistert auch die Kinder in ihrer Nachbarschaft dafür. Mit der Begleitung ihres Talentscouts und der Musik geht Anyi Schritt für Schritt ihrem Traum entgegen.

Stand: September 2019

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