Talent Jolina im Porträt

Ein Mitschüler macht Talent Jolina Anfang 2019 auf eine Liste aufmerksam, die am schwarzen Brett ihrer Schule, der Gesamtschule Buer-Mitte in Gelsenkirchen, hängt. Dort können sich Schüler*innen der Oberstufe für einen Termin bei Polizei-Talentscout Yvonne Shirazi Adl vom Polizeipräsidium Gelsenkirchen eintragen.

Am Ball geblieben

Die Polizeihauptkommissarin und Polizei-Talentscout Yvonne Shirazi Adl bietet regelmäßig an ihrer Schule individuelle Beratungsgespräche für am Polizeiberuf interessierte Jugendliche an. Schon seit der Grundschule möchte Jolina Polizistin werden, also trägt sie sich für ein Gespräch ein. Seitdem wird sie durch ihren Polizei-Talentscout begleitet. Sie bewirbt sich bei der Polizei, lernt für die Einstellungstests, hält sich körperlich fit, startet ins Auswahlverfahren und bekommt eine Absage. Heute steht Jolina am Anfang ihres dualen Studiums zur Polizeikommissarin und freut sich auf einen abwechslungsreichen und anspruchsvollen Beruf.

Jolina, du hast zu Beginn der Einstellungstests eine Absage bekommen. Was war da los?

Ich wusste, dass die Einstellungstests bei der Polizei nicht einfach zu bestehen sind und hatte sehr viel dafür gelernt. Dass ich nun ausgerechnet eine Absage wegen unzureichender Sehschärfe bekam, war ein Schock. Ich war total fertig und dachte, das war’s mit dem Traumberuf. Ich habe direkt meinen Talentscout Yvonne angerufen und konnte mich kurz darauf mit ihr im Polizeipräsidium treffen. Yvonne hat mir Mut gemacht und mich motiviert, nicht aufzugeben. Sie hat mich darauf hingewiesen, dass man innerhalb einer Frist die Möglichkeit hat, sich zur Absage zu äußern, was ich direkt gemacht habe. Hätte mich mein Talentscout nicht so unterstützt, ich hätte das wahrscheinlich nicht in der gegebenen Zeit hinbekommen. Die Absage hatte mich aus der Bahn geworfen.

Wie ging es dann weiter?

In der Zwischenzeit hatte ich mich sogar über eine Augen-OP informiert, ein zweites Attest zur Polizei geschickt und mit meinem Talentscout parallel einen Plan B erstellt. Für mich kam nie eine Alternative zum Beruf der Polizeikommissarin infrage, aber im Talentscouting habe ich mich auch mit weiteren Ausbildungsmöglichkeiten bei der Polizei beschäftigt. Ich konnte dann aber den Sehtest wiederholen und da war alles in Ordnung. Vielleicht gab es beim ersten Test einen Zahlendreher oder einen Messfehler, so etwas kann passieren. Ich war sehr froh, dass ich drangeblieben bin und die Einstellungstests schließlich fortsetzen konnte. Yvonne war mir in dieser Zeit eine große Unterstützung. Immer, wenn ich einen weiteren Teil der Prüfungen bestanden hatte, habe ich ihr sofort geschrieben. Sie hat direkt reagiert und sich mit mir gefreut. Ihre positiven Rückmeldungen haben mich richtig motiviert.

Und dann kam die Zusage.

Genau. Bis zum Ende des Auswahlverfahrens war ich sehr angespannt, obwohl ich mich durch das Talentscouting sehr gut vorbereitet fühlte. Yvonne hatte mich bei der Bewerbung unterstützt, mir wertvolle Tipps gegeben, z. B. worauf ich beim Assessment Center achten sollte und mich kontinuierlich begleitet. Ich konnte mich immer an sie wenden, wenn ich Fragen hatte. Das gab mir Zuversicht und Sicherheit. Als dann im Januar 2020 die Zusage kam, war ich natürlich sehr erleichtert und konnte mit einem guten Gefühl ins Abitur gehen.

Du startest mit dem Studium zur Polizeikommissarin in einen neuen Lebensabschnitt. Worauf freust du dich am meisten?

Ich freue mich, dass ich das machen kann, worauf ich so lange hingearbeitet habe. Ich arbeite gerne im Team und bin gespannt darauf, das mit Menschen zu tun, die genauso begeistert vom Polizeiberuf sind wie ich. Durch die Gespräche mit Polizei-Talentscout Yvonne konnte ich meine Vorstellungen über den Polizeiberuf mit der Realität abgleichen. Es war viel wert, von einer Polizeikommissarin Infos aus erster Hand zu bekommen. Dadurch weiß ich, dass ich den Beruf wirklich ausüben möchte. Als künftige Polizistin stehe ich für Recht und Gesetz ein. Das möchte ich konsequent, respektvoll, auf eine freundliche Art tun und im Bedarfsfall mit der nötigen Durchsetzungskraft. Ich weiß, dass der Beruf herausfordernd ist. Vor diesen Herausforderungen habe ich Respekt, aber ich freue mich auch darauf. Mir ist es wichtig, meinen Job gut zu machen und in unterschiedlichen Situationen richtig zu reagieren.

Weißt du schon, in welchen Bereich du später bei der Polizei arbeiten möchtest?

Ich wollte immer zur Kriminalpolizei, das fasziniert mich schon lange. Mittlerweile möchte ich mir das aber offenhalten. Im dualen Studium bekomme ich grundsätzliches und spezielles Wissen vermittelt, das ich für den Polizeiberuf brauche. Jetzt heißt es erst einmal das Studium absolvieren, den Streifendienst und die Einsatzhundertschaft durchlaufen und dann werde ich schauen, was mir am besten gefällt und was mir am meisten liegt.

Stand: Juli 2020

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