Talent Laura im Porträt

Nach zwei Jahren Realschule auf die Theodor-Körner-Schule, einem Gymnasium in Bochum, zu wechseln, dort von der neunten in die zehnte Klasse zu springen und mit 16 das Abitur in der Tasche zu haben – so gestaltete sich Lauras schulischer Werdegang.

„MEDIZIN LÄSST MICH NICHT MEHR LOS“

Nach zwei Jahren Realschule auf die Theodor-Körner-Schule, einem Gymnasium in Bochum, zu wechseln, dort von der neunten in die zehnte Klasse zu springen und mit 16 das Abitur in der Tasche zu haben – so gestaltete sich Lauras schulischer Werdegang. In ihrer Familie ist sie nicht nur die erste Abiturientin, sondern sie will auch die erste Akademikerin werden. Einen Studienplatz in Medizin erhält sie nicht. Zusammen mit Talentscout Halil Ülker von der Ruhr-Universität Bochum findet sie eine Alternative zum Studium.

Selbstständig und fleißig

Lauras Vater stirbt, als sie vier Jahre alt ist. Sie lernt früh ihrer Mutter unter die Arme zu greifen. Das Mehrfamilienhaus, in dem die beiden wohnen, gehört Lauras Großmutter. Als eine kleine Studentenwohnung frei wird, zieht Laura dort mit erst 14 Jahren ein. Sie putzt, kocht und wäscht fortan selbst. „Nur Hemden bügeln, das gebe ich an meine Mutter weiter“, gesteht sie lachend. In ihrer Freizeit betreibt sie Eiskunstlauf und Fünfkampf, inklusive Fechten. Dafür engagiert sie sich als Trainerin und macht im Herbst 2018 einen Trainerschein. „Das frisst schnell fünf Stunden am Tag, aber das mache ich gerne“, sagt Laura, die sich anschließend noch Zeit zum Lernen nimmt.

Medizinisches Interesse wächst

Quasi nebenbei fährt Laura gute und sehr gute Noten in der Schule ein. Dabei hat sie lange Zeit keine genaue Vorstellung, was sie später einmal machen möchte. In der neunten Klasse kristallisieren sich Biologie und Chemie als ihre absoluten Lieblingsfächer heraus. Nicht nur dadurch wächst ihr Interesse an Medizin. Einige Verwandte erkrankten an Krebs oder erlitten einen Schlaganfall, weshalb Laura viel Zeit im Krankenhaus verbringt. Sie beginnt sich mit den Gründen auseinanderzusetzen. „Ich hatte schon oft mit schweren Krankheiten zu tun und jetzt lässt mich die Medizin einfach nicht mehr los“, versucht Laura ihr Interesse zu erklären.

„Mein Talentscout ist Freund und Kummerkasten zugleich“

Ihr Biologie-Lehrer empfiehlt Laura sich für einen Termin mit Talentscout Halil Ülker von der Ruhr-Universität Bochum anzumelden. Im ersten Gespräch lernt sie vor allem Finanzierungsmöglichkeiten für ein mögliches Studium kennen. Von einer finanziellen Unterstützung durch BAföG hatte sie bisweilen keine Ahnung. „Damals war ich sehr naiv und ging fest davon aus, dass ich im Sommer anfange zu studieren“, sagt sie bedrückt. Als sie abgelehnt wurde, war das für sie ein herber Rückschlag. Mit ihrem Talentscout entdeckt sie die Berufsausbildung der Krankenpflegerin für sich, für die sie jedoch volljährig sein muss. In dem Jahr zwischen Schulabschluss und angehender Ausbildung absolviert Laura diverse Praktika – alle im medizinischen Bereich. Sie sammelt Erfahrungen und wird noch einmal in ihrem Vorhaben im medizinischen Bereich zu arbeiten bestärkt. Laura hat es gut verkraftet nicht für ein Medizinstudium angenommen worden zu sein und freut sich sehr auf ihre Ausbildung zur Krankenpflegerin im St. Elisabeth-Hospital. „Zum Glück hatte ich Halil. Er hat mir beigebracht sich nicht unterkriegen zu lassen. Jetzt weiß ich, dass es für alles eine Lösung gibt“, sagt Laura strahlend und ergänzt: „Mein Talentscout ist Freund und Kummerkasten zugleich.“

Stand: April 2019

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