Talent Mai-Vy im Porträt

Mai-Vy hatte schon früh einen starken Willen. Nach der Grundschule wollte sie auf ein Gymnasium. Ihre Eltern hatten Sorge, dass sie es nicht schaffen könnte. „Ich wollte aber unbedingt, also habe ich mich durchgesetzt“, erzählt die heute 27-Jährige. Sie entschied sich für das Sophie-Scholl-Gymnasium in Oberhausen und überzeugte durch gute Noten.

Mit Fleiß und Ehrgeiz erfolgreich durchs Studium und in den Job 

Mai-Vy hatte schon früh einen starken Willen. Nach der Grundschule wollte sie auf ein Gymnasium. Ihre Eltern hatten Sorge, dass sie es nicht schaffen könnte. „Ich wollte aber unbedingt, also habe ich mich durchgesetzt“, erzählt die heute 27-Jährige. Sie entschied sich für das Sophie-Scholl-Gymnasium in Oberhausen und überzeugte durch gute Noten.

Frühes Engagement für Kinder und Jugendliche

Mai-Vys Eltern stammen aus Vietnam. Als Mai-Vy in die vierte Klasse kam, meldeten ihre Eltern sie in der Musikschule an, Mai-Vy sollte Klavierspielen lernen. „Ich hatte aber Probleme mit dem Klavierlehrer und hörte nach vier Jahren wieder auf zu spielen.“ Sie entdeckte das Schlagzeug für sich. „Meine Eltern waren erst skeptisch. Sie fanden es ungewöhnlich für ein Mädchen und sagten, dass ich sicher bald wieder damit aufhören würde – ich spiele es noch immer.“ In der elften Klasse begann Mai-Vy wieder Klavier zu spielen. Sie engagierte sich in dem Oberhausener Musikprojekt „LirICH und DU“, das Kinder aus weniger privilegierteren Familien förderte. Nach dem Abitur 2012 hat sie die Idee, Musik auf Lehramt zu studieren. Für dieses Studium musste sie eine theoretische und eine praktische Prüfung bestehen. „Ich versemmelte die Musiktheorieprüfung so sehr, dass man mich gar nicht erst zum Vorspielen zuließ.“

Stärken und Schwächen kennenlernen

Mai-Vy lernte, dass Scheitern OK ist. „Im Nachhinein ist es gut, dass es so gelaufen ist. Ich hatte Zeit, herauszufinden, was ich nicht machen will, und habe meine Stärken und Schwächen kennengelernt“. Mai-Vy hätte die Musikprüfung ein Jahr später wiederholen können. Stattdessen machte sie Praktika um herauszufinden, was sie studieren möchte. Unterstützt wurde sie dabei vor allem von dem Leiter der städtischen Musikschule Oberhausen. Er bemerkte ihr Organisationstalent und riet ihr, sich Studiengänge anzusehen, die Veranstaltungsmanagement beinhalten. Sie schaute sich verschiedene Studiengänge an und informierte sich über BAföG und Stipendien.

Praktische Unterstützung und Motivation durch die Talentförderung

Mai-Vy entschied sich für ein Wirtschaftsstudium mit dem Schwerpunkt Medien-, Freizeit- und Kulturwirtschaft in Gelsenkirchen. Die Talentförderung der Westfälischen Hochschule sprach sie bei der Einschreibung an und begleitet Mai-Vy seither. Ein wichtiges Thema, das Mai-Vy mit der Talentförderung besprach, war die Studienfinanzierung. Ihr Talentscout schlug ihr auch vor, sich um ein Stipendium zu bewerben und stand ihr beim Bewerbungsprozess zur Seite, wenn es z. B. um das Motivationsschreiben ging. May-Vy befürchtetet, dass ihre Abi-Note nicht gut genug für ein Stipendium sei. Doch neben Noten werden bei der Vergabe des Stipendiums auch gesellschaftliches Engagement und besondere persönliche Leistungen berücksichtigt. Ihre Bewerbung war erfolgreich. Mit Beginn des Studiums war sie Deutschlandstipendiatin und konnte dadurch über ein monatliches finanzielles Budget zur Finanzierung des Studiums verfügen. May-Vis Noten sind gut. Und das, obwohl viele Kurse, die sie während des Studiums belegen musste, überhaupt nicht ihr Fall waren. „Ich musste mich richtig durchs Grundstudium durchbeißen. Ich hatte mein Ziel, später in der Medien- und Kulturwirtschaft zu arbeiten vor Augen und wusste, dass ich dafür das Grundstudium packen muss. Dieses Ziel und die Unterstützung der Talentförderung haben mich motiviert.“ Fächer wie Rechnungswesen fielen ihr schwer, aber sie bestand alle Klausuren. „Ich lerne gern, muss aber immer verstehen, wofür ich das Gelernte gebrauchen kann. Außerdem brauche ich lange, bis das Gelernte richtig sitzt. Also wiederhole ich alles immer wieder.“

Erfolgreich im Job mit Blick auf Talente

Schon während des Bachelorstudiums überlegte Mai-Vy, wie es danach weitergehen könnte. „Der Bachelor war ein guter Einstieg für mich, aber ich wollte noch mehr Wissen. Deshalb habe ich mich dazu entschlossen, einen Masterstudiengang anzuschließen.“ Sie studierte Kommunikation und Management in Lingen. Aus einem Praktikum ergab sich das Thema ihrer Masterarbeit, die sie über spezielle Event-Formate in der Spieleindustrie schrieb. Mai-Vy arbeitet heute bei einem Global Player der Games-Branche in Düsseldorf als Public Affairs Specialist. „Meine guten Erfahrungen in der Talentförderung begleiten mich auch heute noch im Job. Ich setze mich dafür ein, dass interessierte Talente frühzeitig Einblicke in den Bereich der Spieleherstellung bekommen können. Deshalb halte ich weiterhin den Kontakt zur Talentförderung, wie z. B. zum Schülerstipendium RuhrTalente.

Stand: August 2020

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