Talent Yaa im Porträt

„Meine Schwester ist jetzt Stipendiatin! Yaa erhält ein Stipendium! Meine Geschwister waren so stolz auf mich. Sie haben all ihren Freunden von der Zusage des Begabtenförderungswerks erzählt“, sagt die 21-jährige Yaa etwas verlegen. „Dabei war ich wirklich skeptisch, als mein Talentscout meinte, dass ich eine gute Kandidatin für ein Stipendium sei.“

„Als mir mein Talentscout von Stipendien erzählte, war ich sehr skeptisch“

„Meine Schwester ist jetzt Stipendiatin! Yaa erhält ein Stipendium! Meine Geschwister waren so stolz auf mich. Sie haben all ihren Freunden von der Zusage des Begabtenförderungswerks erzählt“, sagt die 21-jährige Yaa etwas verlegen. „Dabei war ich wirklich skeptisch, als mein Talentscout meinte, dass ich eine gute Kandidatin für ein Stipendium sei.“ Yaa studiert heute im dritten Semester Sozialwissenschaften an der Ruhr-Universität Bochum. Ihr Talentscout Mira Stepec von der Ruhr-Universität Bochum begleitet sie bereits seit der Oberstufe auf der Erich Kästner Gesamtschule in Bochum. „Ich dachte immer, dass Stipendien etwas für die Elite sind“, sagt Yaa „und auch, dass diejenigen, die ein Stipendium erhalten, ganz anders sind als ich. Wohlhabend und aus einer Familie, in der alle studiert haben.“

Andere zu unterstützen ist für Yaa selbstverständlich

Mit fünf Jahren kommt Yaa mit ihren Eltern aus Ghana nach Deutschland. Ihr Vater ist inzwischen in sein Heimatland zurückgekehrt. Ihre Mutter, Yaa selbst und ihre drei jüngeren Schwestern leben gemeinsam in Bochum. Zuhause sprechen die fünf Twi, wie früher in ihrem Dorf in Ghana. An die Zeit in Westafrika kann sich Yaa nur wenig erinnern. Seit sie in Deutschland leben war sie nicht mehr dort, dabei würde sie das Land sehr gerne einmal besuchen. Vielleicht klappt es einmal in den Semesterferien. Vielleicht, denn Yaa hat immer eine Menge zu tun. „Neben den Vorlesungen und Seminaren an der Uni lerne ich und verbringe viel Zeit beim Deutsch-Afrika Ruhr Forum DARF. Freitags leite ich ein Sprachcafe für Erwachsene, die noch nicht so gut Deutsch sprechen können. Donnerstags gebe ich Nachhilfe. Das mache ich schon seit der Oberstufe.“ Früher hat Yaa selbst an den Nachhilfekursen des Deutsch-Afrika Ruhr Forums, kurz DARF, teilgenommen. „Ich will etwas zurückgeben und mich sozial einbringen. Deshalb studiere ich auch Sozialwissenschaften. Das Studium eröffnet mir viele Möglichkeiten. Aktuell kann ich mich aber noch auf keinen konkreten Beruf festlegen. Mir sind soziale Gerechtigkeit, Chancengleichheit und Gleichberechtigung sehr wichtig.“ Die Hans-Böckler-Stiftung vertrete die gleichen Werte. „Mein Talentscout hat mir in vielen Bereichen, wie Job und Studium, Orientierung gegeben. Mit ihr zusammen habe ich mich über verschiedene Begabtenförderungswerke informiert und beschlossen, dass ich mich bei der Hans-Böckler-Stiftung bewerbe. Mira hat mir ein für die Bewerbung notwendiges Referenzschreiben erstellt und mich auf die Gutachtengespräche vorbereitet. Da war ich ganz schön nervös.“

„Ohne Stipendium müsste ich viel arbeiten und hätte keine Zeit für soziales Engagement“

Yaa plant einen Master nach dem Bachelor zu machen. So habe sie bessere Chancen auf einen gut bezahlten Job. „Als mir in der Oberstufe klar war, dass ich studieren möchte, habe ich mir viele Gedanken über die Finanzierung gemacht. Das Thema hat mich damals sehr gestresst.“ BAföG wäre eine Möglichkeit gewesen, aber auch das müsse man irgendwann zurückzahlen. „Die finanzielle Unterstützung des Stipendiums gibt mir die Ruhe, mich ganz auf mein Studium zu konzentrieren. Ohne Stipendium müsste ich viel arbeiten und hätte keine Zeit für soziales Engagement. Das wäre sehr schade.“ Nichtsdestotrotz möchte Yaa neben Studium und Ehrenamt eigenes Geld verdienen. „Bis vor kurzem habe ich neben dem Studium in einem Supermarkt gejobbt und Regale eingeräumt. Jetzt habe ich mich für eine Stelle als Studentische Hilfskraft an der Uni beworben. Die Arbeit klingt spannend. Mein Talentscout hat mich bei der Bewerbung unterstützt.“ Dass Yaa durch einen zusätzlichen Job noch etwas weniger Freizeit hat, ist ihr bewusst. „Manchmal vermisse ich es etwas, mich beim Joggen auszupowern. Vielleicht gehe ich bald in ein Fitnessstudio, aber eigentlich ist mir das Geld etwas zu schade.“

Stand: November 2018

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