Vorlesen verbindet - Bildungsdezernentin verleiht Kompetenznachweise Kultur an RuhrTalente

In 39 Prozent der Familien in Deutschland erhalten Ein- bis Achtjährige nur wenige oder gar keine Impulse durch Vorlesen. Als Reaktion darauf ließen sich Schülerstipendiat*innen des Schülerstipendienprogramms RuhrTalente zu Lesementor*innen ausbilden und gestalten seitdem Lesestunden oder Leseprojekte für Kinder. Für ihr Engagement wurden sie nun im NRW-Zentrum für Talentförderung mit dem Kompetenznachweis Kultur (KNK) ausgezeichnet.

Der KNK wird an Jugendliche und junge Erwachsene ab 12 Jahre vergeben, die aktiv an künstlerischen oder kulturpädagogischen Angeboten teilnehmen. Er ist ein Nachweis darüber, welche individuellen personalen, sozialen und methodischen Kompetenzen sie dabei gezeigt und weiterentwickelt haben. Stadträtin Anne Heselhaus, Bildungsdezernentin in Gelsenkirchen, überreichte die Zertifikate und würdigte das Engagement der RuhrTalente: „Die Zukunft von Kindern darf nicht davon abhängen, wo und wie sie aufwachsen. Wir müssen ihnen den Zugang zu Bildung nachhaltig und langfristig gleichberechtigt ermöglichen. 42 Prozent der Kinder in Gelsenkirchen sind arm, wir müssen das Aufwachsen der Kinder hier unterstützen.“

Als gemeinsames Projekt gestalteten alle RuhrTalente eine Vorleseaktion für die Kinder der Kindertagesstätte Talentzwerge in unmittelbarer Nachbarschaft des Talentzentrums an der Bochumer Straße in Ückendorf. Unter dem Motto „Vorlesen verbindet“ lasen sie das Buch „Swimmy“ vor und planten eine thematisch passende Bastelaktion. Das dabei entstandene Kunstwerk übergaben die RuhrTalente der KiTa-Leiterin Anja van der Mee.

Anne Heselhaus lobte: „Ihr könnt stolz auf euch sein! Ihr habt euch mit eurem Talent eingebracht und ich möchte mich bei euch für euer ehrenamtliches Engagement ganz herzlich bedanken. Daran sieht man, dass es sich lohnt, seine Kräfte zu bündeln und zusammenzuarbeiten. Ihr habt Respekt und Anerkennung verdient.“

Unter den Ausgezeichneten ist RuhrTalent Mozhgan, die in die Q1 auf das Berufskolleg für Technik und Gestaltung geht und sich seit den Sommerferien als Lesementorin in der Kindertagesstätte Talentzwerge engagiert. Sie erklärte: „Ich bin überzeugt, dass Lesen verbindet. Ich wollte schon immer Kinder dafür begeistern, zu lesen, und ihnen vorzulesen hat mir große Freude gemacht. Ich fand das Lesementoring für mich selbst richtig spannend!“ Dabei bereitet sie nicht nur das Vorlesen vor, sondern bastelt, malt oder singt mit den Kindern zu den Themen aus den Büchern.

Ivanov, der die Q2 der Gesamtschule Erle besucht, berichtet von seinen Erfahrungen: „Ich wollte die Lesekompetenz und das Leseinteresse bei Kindern verbessern und mich gleichzeitig ehrenamtlich engagieren. Durch das Lesementoring habe ich aber auch trainiert, mich selbst zu präsentieren.“  Motiviert durch das Projekt entschied er sich, die Kindergruppe, die er leitet, in eine nahegelegene Bibliothek zu verlagern und den Kindern die Welt der Bücher näherzubringen. Ihm war nämlich aufgefallen, dass die Kinder die Bibliothek gar nicht kannten. Nun geht er regelmäßig mit der Gruppe in die Bücherei, um die Themen „Lesen“ und „Bücher“ positiv bei den Kindern zu verankern.

Foto: Die ausgezeichneten RuhrTalente mit Stadträtin Anne Heselhaus (Mitte), Hilke Birnstiel und Marcus Kottmann, Leitung NRW-Zentrum für Talentförderung (oben links), Franziska Böhmer, Nadja Walraff und Robin Gibas vom RuhrTalente-Team (obere Reihe rechts), Céline Roßhoff, Beratung, Qualifizierung und Weiterbildung am NRW-Zentrum und Anja van der Mee (vorne Mitte), Leiterin der Kindertagesstätte Talentzwerge.

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Annika Ludewig

Talentscout

FH Münster

Lena Horsch

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