Studie belegt: NRW-Talentscouting bewirkt mehr Chancengerechtigkeit

Die Ergebnisse einer Studie des Wissenschaftszentrums Berlin für Sozialforschung und der Universität zu Köln zeigen: Die Bildungsgerechtigkeit im Hochschulzugang bei Schüler*innen, die durch das NRW-Talentscouting begleitet werden, wurde um über 70 Prozent verbessert. Dies deutet darauf hin, dass das zentrale Ziel des Talentscoutings, Ungleichheiten im Bildungsverlauf von Schüler*innen mit und ohne akademischen Hintergrund abzubauen, erreicht wird. Der Aufstieg durch Bildung wird durch das Talentscouting deutlich erleichtert.

Im Rahmen eines Besuchstermins im NRW-Zentrum für Talentförderung hat sich Wissenschaftsministerin Isabel Pfeiffer-Poensgen am Donnerstag, den 3. Februar 2022 über aktuelle Erkenntnisse zum NRW-Talentscouting informiert. Prof. Dr. Marita Jacob von der Universität zu Köln und Prof. Dr. Marcel Helbig vom Wissenschaftszentrum Berlin für Sozialforschung stellten die Ergebnisse der gemeinsamen, neuen Studie im Rahmen des Projekts "Zukunfts- und Berufspläne vor dem Abitur" (ZuBAb) vor. Mit der Studie wurde die Wirkung des NRW-Talentscoutings auf den Bildungsverlauf der Teilnehmenden untersucht.

Die Ergebnisse der bereits seit 2018 laufenden Begleitforschung zeigen, dass Jugendliche ohne akademischen Hintergrund in der Begleitung eines Talentscouts nach dem (Fach-)Abitur häufiger ein Studium aufnehmen, wobei dies im Kern auf Abiturient*innen mit überdurchschnittlich guten Abiturnoten zutrifft. Gleichzeitig nehmen Schüler*innen, deren Eltern studiert haben, bei Teilnahme am Talentscouting häufiger eine duale Berufsausbildung auf. Beide Effekte zusammengenommen verringern demnach nicht nur die Chancenungleichheit beim Hochschulzugang um über 70 Prozent, sondern signalisieren auch Perspektiven für eine (Re-)Vitalisierung der Berufsausbildung.

Die Forschenden schließen aus den Ergebnissen der Studie, dass am Talentscouting teilnehmende junge Menschen Bildungsentscheidungen treffen, die besser zu ihren individuellen schulischen Leistungen passen.

Mit der Studie, die in Zusammenarbeit mit dem Ministerium für Kultur und Wissenschaft des Landes Nordrhein-Westfalen durchgeführt wurde, wurde nach Angaben der Wissenschaftler*innen nunmehr zum ersten Mal in Deutschland ein langfristig angelegtes Beratungsprogramm evaluiert.

Weitere Informationen finden Sie in der Pressemitteilung des Ministeriums für Kultur und Wissenschaft des Landes Nordrhein-Westfalen.

Lesen Sie hierzu auch ein Interview mit Hilke Birnstiel und Marcus Kottmann, Leitung des NRW-Zentrums für Talentförderung.

Foto (v.l.n.r.):
Prof. Dr. Bernd Kriegesmann, Präsident der Westfälischen Hochschule, Laura Estner, NRW-Talentscout/Koordination Talentscouting der Westfälischen Hochschule; Robin Gibas, Leiter Schülerstipendienprogramm RuhrTalente; Dr. Sabine Graap, Ministerium für Kultur und Wissenschaft NRW; Ministerin Isabel Pfeiffer-Poensgen, Ministerium für Kultur und Wissenschaft NRW; Prof. Dr. Marita Jacob, Universität zu Köln; Prof. Dr. Marcel Helbig, Wissenschaftszentrum Berlin für Sozialforschung; Marcus Kottmann, Leiter NRW-Zentrum für Talentförderung

 

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